19.09.10

Ich tu es doch! - Mach hier den Chezuli! Und Wirsingröllchen mit Kichererbsenmus auf Möhren-Ingwer-Honig-Crème

Also los, ich versuch´s! Sonst wird das hier im September nix mehr.
Ganz kurz:
  1. Ich war zum ersten mal in meinem Leben in der Ukraine.
  2. Bin mit einer Propellermaschine (!) über Rumänien dorthin geflogen.
  3. War gemeinsam mit Arthur Gast einer fantastischen Hochzeitsfeier.
  4. Habe an wilden Tänzen teilgenommen.
  5. In einem Pornozimmer übernachtet. 
  6. Viel süßen "Champanski" getrunken.
  7. Der war zur Entschädigung wenigstens warm.
  8. Habe viel fettiges Zeugs gegessen. 
  9. An jeder Ecke Brote gefunden, die ich gar nicht gesucht habe.
  10. Für Petra vom Kaffeeklatsch nach "Huhn Kiew" gesucht.
Und vieles mehr.

Das verdient einen eigenen Post. Ausschweifend. Das verstehst Du, oder? Und so einen Bericht schüttel ich nicht aus dem Handgelenk. Aber bis dahin gibts noch ´n Happen zu essen.

Wie zur gesunden Vorbereitung auf dieses große Abenteuer hatte mich Christina von "new kitch on the blog" kurz vor der Abreise noch inspiriert. Houdini hat es ebenfalls pronto nachgemacht. In Form einer Lasagne. Finde ich auch eine tolle Idee!
Würde mich nicht wundern, wenn dieses Gericht die Reise durch viele foodblogs antreten würde!

Das Originalrezept findet Ihr bei Christina, hier in Chezuli-Steno meine Zubereitung (die natürlich wieder ganz anders war, aber das versteht sich ja fast von selbst...)
In Butter und Orangen-Olivenöl  wurden Möhrenstückchen angedünstet, mit Portwein abgelöscht.
Gemüsebrühe aufgegossen, Zitronengras dazu und viel Ingwer.
Köcheln lassen.
Im Original Quinoa, habe ich Kichererbsen quellen lassen, gekocht und mit dem Zauberstab grob zermust.
Gewürzt wurde mit Salz, braunem Kandis, Pfeffer, Sesam, Koriandersamen, einer Prise Zimt, etwas Ansissamen, 1 Nelke. Alle Gewürze in der Pfanne angeröstet und gemörsert. (außer Salz und Pfeffer). Um die Masse geschmeidiger zu machen, habe ich etwas Geflügelbrühe angegossen, sowie helles Sesamöl.
Die Wirsingblätter mit einer Prise Natron blanchiert, den Strunk herausgeschnitten, zum Trocknen ausgebreitet. Anschließend mit je einer Eiskugelgröße des Kichererbsenmus´ gefüllt.
Praktische Päckchen gepackt und mit Zahnstochern verschlossen.
Diese mit etwas Gemüsebrühe in einem Bräter im Ofen schmoren lassen. (ca. 45 Minuten)
Das Zitronengras aus der Möhrenbrühe fischen, alles andere pürrieren, durch ein Sieb streichen.
Mit etwas Gemüsebrühe eventuell auf sämige Konsistenz bringen.
Kräftig abschmecken mit Pul biber und Ingwer, etwas Akazienhonig dazu.
Und bitte auf keinen Fall so wie ich noch etwas Kürbiskernöl dazugeben.
Sieht zugegebenermaßen schick aus, schmeckt dann aber doof.
Bis zu meiner völlig aus der Reihe springenden Inspiration, die lediglich der Optik geschuldet war, ein tolles Rezept, das es ins feste Reporterire der Abteilung "Hilfe, wir bekommen meine Geschwister Vegetarier als Gäste" geschafft hat.

Dieses Gericht ist mal wieder der Beweis, dass ich meine Nachkochliste ernst nehme! Und manchmal geht es sogar von "jetzt auf gleich". 
Für meine Verhältnisse war das doch jetzt wirklich alles sehr knapp gehalten, gell!?
Das haue ich sicher beim nächsten Post wieder raus! :)

02.09.10

Nummer 5 lebt! Schneller Teller # 5 von Stevan Paul aus Effilee 12 - Schnelle Frikadelle mit scharfem Kohl

Ich bin wieder hier, in meinem Revier...
...sang schon Marius vor Jahren. Vieles Andere von ihm gefällt mir besser, aber das nur btw.
Gib zu, Dir ist gar nicht aufgefallen, dass ich weg war, gell! Ich weiß nicht, wie ich das jetzt bewerten soll. Einerseits ist es natürlich toll, bedeutet es doch, dass mein Blog gut aufgestellt ist, dass ich Dich und die anderen auch mal ein paar Tage alleine lassen darf. Genügend Diskussionsmaterial zum Thema Plastik oder nicht habe ich Dir schließlich hinterlassen. Zum Thema Plastik, Kunstoffe etc. im Essen passt, dass ich vor einigen Wochen beim Fluss diese DVD bestellt habe. Am 16. September wird sie ausgeliefert. Zu diesem Zeitpunkt werde ich in der Ukraine sein, eine gigantische Hochzeit feiern, aber wenn sie mich nicht unterwegs in Rumänien wegen fortgesetzter Trunkenheit als Fluggast festsetzen, sehen wir danach weiter...
Ebenso passt vielleicht im weiteren Sinne dazu dieses Thema bei ostwestwind/Küchenlatein.
Aber ich schweife schon wieder mal ab...
Wir waren also verreist, ohne dass Du es mitbekommen hast. Außer meinem Liebsten hatte ich eine weitere Begleiterin:
Und wiedereinmal hat Stevan Paul von NutriCulinary dort viele schöne schnelle Teller veröffentlicht. Zusätzlich beschreibt er auf seiner facebook-Seite Rezepte zum  "Heimkehrkochen". Das sind in der Regel schnelle Gerichte mit möglichst wenig Aufwand nach der Heimkehr von einer anstrengenden Lesereise, oder aber HeimWEHgerichte. Hühnerfrikassee zum Beispiel. Dieses macht sich nicht von jetzt auf gleich, aber wenn es fertig ist, weißt Du, jetzt bist Du zuhause!

Und ich wusste ganz genau, mit dieser Nummer 5 habe ich vorher schon Heimweh, (nach tagelangem frühstücken mit 








)

 Das Originalrezept findest Du in der aktuellen Effilee (Nr.12) auf Seite 115, kursiv wie gewohnt meine Abweichungen:
  • 4 Scheiben Toastbrot, 2 ohne Rinde
  • 8 EL Milch, vergessen, Toastbrot wurde von mir in Wasser eingeweicht
  • 300 g Hackfleisch, 250 g halb/halb
  • 300 g frische rohe Bratwurst, 250 g grobe Bratwurst vom Metzger
  • 2 El scharfer Senf, 2 EL Senf  "Alter Art" (à l´Ancienne) mit ganzen Körnern von "Maille"
  • 1 Ei
  • 2 Frühlingszwiebeln, 1 Schalotte
  • 4 Zweige Petersilie, 1 Rundumschnitt um den Kräutertopf
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • 3 El Öl
  • 500 g Spitzkohl oder Jaroma-Kohl, 640 g Spitzkohl (Gewicht vor dem Putzen, inklusive Strunk)
  • 200 ml Schlagsahen, 200 g
  • etwas Schnittlauch, wurde fast gänzlich von mir vergesssen
1. Toastbrot in Milch einweichen. Hackfleisch mit ausgedrücktem Bratwurstbrät, Toastbrot, 1 EL Senf und Ei verkneten. Frühlingszwiebeln fein schneiden, gehackte Petersilei untermengen, salzen, pfeffern. Mit befeuchteten Händen 12 Frikadellen formen.
Meine Frikadellen haben in der Regel 100 g/Stück, mit der Menge von 500 g Hackfleisch insgesamt kommt das gut hin. 
2. Öl in einer Pfanne erhitzen, die Frikadellen darin bei mittlerer Hitze 12 Minuten braten, dabei öfter wenden. Herausnehmen und warm stellen.

3. Kohl in Streifen schneiden und im Frikadellenfett hellbraun braten. Mit Sahne ablöschen und offen dicklich einkochen. 1 El Senf unterrühren, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Schnittlauch in Röllchen schneiden und unterrühren. Mit den Frikadellen servieren.

Die ganz besonderen Abweichungen zum Rezept waren:
An den Spitzkohl kam eine Prise Natron, das hält die Farbe besser im Gemüse auch ohne, dass es blanchiert wird.
Der grobe Senf, der dem ganzen Gericht die etwas feinere Note und das "knackig-platzende" Gefühl im Mund gab. Mouthfeeling ist die halbe Miete. :)

Neu war für mich, in meine Frikadellenmasse hälftig Bratwurstbrät zu geben. Das hat die ganze Angelegenheit fettiger aber unbestritten auch geschmacksintensiver gemacht. Wenn ich mir allerdings überlege, welche Gewürze in der Bratwurst sind, die ich nicht kontrollieren kann, dazu noch der erhöhte Fettanteil (mehr Schwein als Rind) werde ich wohl wieder bei der herkömmlichen Methode bleiben und mein Hackfleisch gänzlich selber würzen.

Und wenn Du zwischendrin nicht so viel babbelst wie ich, dann schaffst Du dieses Gericht auch in den angegebenen 30 Minuten. Und die sind die absolute - von mir selbst gesetzte - Obergrenze für ein Gericht bei Cucina Rapida.
Here we go!
Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de 
So geht´s übrigens auch - wichtig ist viel weiße  Sooooße. Sooooße mit mindestens vier  "o"!
Und Nummer 5?
Der lebt! Und wie!