26.11.10

Kasse Dich Furz...


Spaghettini mit Chorizo in Sherry-Tomatensauce

Meine wahnsinnig große Opferbereitschaft habe ich Dir  neulich hier schon angekündigt. Und so war ich  dieser Tage bei Fritz Keller zur großen Bordeaux-Probe. Und im "Schwarzen Adler" zum Essen. Und Trinken. Und Schlafen. (In der wenigen Zeit, in der ich nicht gerade gegessen und getrunken habe)

Aaaaaaaanstrengend war das alles. Ehrlich, das musst Du erst mal 2 Tage durchhalten...
Und für wen mache ich das alles? Genau! Für Dich! Mich! *hihi

Zuhause angekommen waren wir müdeglücklichpleite. Und hungrig. Das traue ich mich fast nicht zu schreiben. Aber Du kannst Sterne essen soviel wie Du willst. Es schmeckt zwar vorher besser aber trotzdem bist Du in der gleichen Zeit wie sonst wieder hungrig. Eigentlich ist das nicht fair, oder? Ich finde, je teurer das Essen, desto länger sollte es satt machen.
Und so musste ich tatsächlich etwas kochen. Aber bitte nicht mehr einkaufen. Nur mit dem, was so herumliegt. Und schnell sollte es gehen. Einfach sein. Bloß nix Aufwändiges die nächsten Tage bitte!
Chorizo würfeln, in etwas Olivenöl anschwitzen. Mit Sherry (Amontillado) ablöschen. 2 gehackte Knochblauchzehen dazu.
1 Dose Marzano-Tomaten und ein Lorbeerblatt dazugeben. Einköcheln lassen. Mit Vorsicht abschmecken, die Chorizo würzt die Sauce stark. Die gekochte Pasta unterheben.

Ich hätte diesen Post auch nach einem Lied nennen können:
"Drah´ di net um... die Chorizo geht um..."
Hier nämlich bei Juliane von Schöner Tag noch I und Schöner Tag noch II. Und bei Petra von Chili und Chiabatta. Und bei der Effilee von Stevan Paul. Und  bei mir. Als "Zerhackter Spanier", im "Wirsingeintopf mit Kicherebsen und Chorizo", und beim "Steinbeißer/Mangoldzylinder mit Chorizocrème". Und gestern noch bei Margit in der Linsensuppe. Und Margit sagt doch glatt, es gäbe in Deutschland mittlerweile Varianten mit Chorizo, da fiele einem Spanier die Gabel aus der Hand. Lass mal sehen! :)
Und Du? Hast Du noch mehr? Immer her damit!

...und doch fand ich den gewählten Titel noch schöner. Ich liebe nämlich diese herrliche Geschichte von Walter Moers! 
Und jetzt schreibe ich schnell weiter an meinem Bericht vom Kaiserstuhl, ich will Dich selbstverständlich nicht zu lange warten lassen! :)
Klick auf´s Bild macht es breiter

Nachtrag am 29.11.10:
Schon im Sommer begeistert gelesen, aber im aktuellen Post dann doch vergessen. Ein tolles Rezept mit Chorizo von Christian aus "Grüße aus der Küche"!

Nachtrag am 30.11.10
Die Kommandantin macht jetzt auch was mit Chorizo. Obwohl, ich weiß nicht... bei DER Schreibweise...
Schoritzo Aber sieh einfach selbst.

20.11.10

Lieblingsrezepte aus Kindheitstagen - unter falschen Voraussetzungen...

Roter Heringssalat mit Rindfleisch und Walnüssen

Da isser! Mein zweiter Kochbuchbeitrag! Und das kam so...

Ende April bekam ich eine nette Anfrage vom Egmont-Verlag, ob ich Interesse hätte an einem Buchprojekt zum Thema "Heimwehrezepte" mitzuwirken. In einem sehr netten Telefonat erklärte mir die zuständige Redakteurin den Hintergrund. Es solle um tradionelle Familienrezepte gehen, gerne von Generation zu Generation weitergegeben.
Ich konnte spontan zusagen, in unserer Familie gibt es eine wunderschöne lukullische Tradition am Heiligen Abend. Und diese bereits bei meinen Großeltern mütterlicherseits. Vielleicht geht sie ohne mein Wissen auch noch weiter zurück, ich kann meine Oma leider nicht mehr fragen. Aber auch ab der zweiten Generation kann man bereits von Tradition sprechen, oder? Zumal es das ganze Jahr nicht gekocht wurde, sondern traditionell nur am Heilig Abend gab. 
Also, wenn das mal keine Tradition ist!

Der "Rote Heringsalat mit Rindfleisch und Walnüssen" wurde am Tag vor Heilig Abend von meiner Mutter zubereitet, damit er 24 Stunden durchziehen konnte. Nach der Bescherung gab es ihn mit Toastbrot und Butter, wie in anderen (norddeutschen) Familien traditionell am 24. den Kartoffelsalat mit Würstchen.
Petra hat sich in ihrem Blog Kaffeeklatsch bereits mit diesem Thema beschäftigt.
In ganz frühen Zeiten gab es bei uns am Heilig Abend eine Gans und den Salat erst am 2. Weihnachtsfeiertag. Allerdings wurde es meiner Mutter mit 3 Kindern in der Weihnachtshektik  irgendwann zuviel und wir Kinder konnten uns so nach der Bescherung direkt aufs Essen stürzen, ohne langes banges Warten, ob der Vogel wohl durch sei.
Noch Jahre später als meine Mutter nicht mehr bei uns lebte, hat Arthur die Tradition für seine Kinder fortgeführt. 

Dann musste plötzlich alles ganz schnell gehen. Der Verlag teilte mit, dass der Salat mit Photo in das Buch kommen sollte. Es gibt darin nicht viele, da deren  Produktion teuer ist und das Budget fürs Buch nicht groß war. 
Und so wurde in Abstimmung mit Arthur Tradition zum Rezept:
Für 5 Personen:
  • 300 g Rindfleisch (Roastbeef)
  • 1 Bund Suppengrün
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Wacholderbeeren
  • 1 Lorbeerblatt
  • 5 Filets von gewässerten Salzheringen (ersatzweise Matjesfilet)
  • 2,5 mittelgroße Knollen Rote Bete, gekocht und geschält
  • 3 Pellkartoffeln, gekocht und geschält
  • 100 g Sellerieknolle, geschält, bissfest gekocht
  • 3 kleine Gewürzgurken
  • 3 mittlegroße Äpfel (Golden Delicious)
  • 1 Schuß Rotweinessig
  • 50 ml Distelöl
  • 150 ml Rinderbrühe
  • 1 gestr. TL Zucker
  • 1 Handvoll Walnüsse, gehackt
  • 250 g Crème fraiche
  • glatte Petersilie zum Garnieren
  1. Das Rindfleisch mit geputztem und kleine geschnittenem Suppengrün, Salz und Pfeffer, Wacholderbeeren und dem Lorbeerblatt in kaltem Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Sanft ziehen lassen, bis das Fleisch gar ist. Abkühlen lassen. Das Fleisch herausnehmen und die Brühe auffangen.
  2. Heringfilets, Rote Bete, Kartoffeln, Sellerie, Gewürzgurken und das Rindfleisch in kleine Würfel schneiden. Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Alles in eine Schüssel geben und miteinander vermengen. Essig, Öl und 150 ml Rinderbrühe verrühren und dazugießen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Gut vermischen. Mindestens 12 Stunden durchziehen lassen. 
  3. Vor dem Servieren Crème fraiche und die gehackten Walnüsse unterheben. Mit Salz und Pfeffer nochmals abschmecken.
  4. Mit einem Klecks Créme fraiche, etwas gehackten Walnüssen und Petersilie garnieren.
Ein bisschen nervös war ich dann noch, weil ich wusste, dass ein Profikoch dieses Rezept fürs Bild in der Redaktion nachkochen würde. Aber ein paar Tage später kam die erlösende Mitteilung per email und angehängtem Photo, dass alle begeistert waren. Großes Aufatmen im Hause AT!

Dann der Schock! Ein paar Wochen vor dem Egmont-Verlag veröffentlichte Dorling-Kindersley ein Buch mit dem Titel "Heimwehküche" und drohte mit Titelstreit. 
Und so heißt "mein" Buch jetzt "Lieblingsrezepte aus Kindertagen". 
Wenn ich das gewusst hätte, wäre meine Wahl vielleicht eine andere gewesen. Die wirklichen Lieblingsrezepte meiner Kindheit waren wohl eher Spaghetti mit Hackfleischsauce, Brathähnchen, Spinat mit Fischstäbchen, gefüllte Paprikaschoten mit Reis
und das berühmte Hühnerfrikassee meiner Mutter, das ich HIER im berühmten Mama-Kochtopf nachgekocht habe. (Und rate mal, was gerade auf dem Herd simmert, während ich in der Küche sitze und dieses hier schreibe...) 
Und einmal im Jahr -ganz klar - natürlich der Rote Heringsalat mit Rindfleisch und Walnüssen! Was denkst denn Du!

Und was der andere Verlag nicht hat, und was den Verlagsleiter vielleicht um den Schlaf bringt, das ist die Riege der Autoren, die dem Egmont-Verlag zur Verfügung standen.
Ok, auf den ersten Blick vielleicht berühmt. Namen wie Lea Linster, Frank Rosin, Eva Eppard, Ralf Zacherl, Mario Kotaska, Dennis Scheck.
Aber vor allem gut! Nämlich:
und viele andere mehr...

Mittlerweile habe ich in meiner eigenen Familie eine neue Tradition. Bei uns gibt es seit Jahren am Heilig Abend Raclette. Und nichts wünsche ich mir mehr, als dass unsere Tochter diese fortführt.
Und vielleicht habe ich irgendwann eine Enkelin, die erzählt:

"...in unserer Familie gibt es eine wunderschöne genussvolle Tradition am Heiligen Abend..."

16.11.10

Ganz im Gegenteil... Zwerchrippe mit Sauce Albert


Christian Mittermaier hat neulich in Kochblog "Nachgesalzen" von ZEIT-online einen interessanten Bericht über das Für und Wider des Salzens vor, während und nach dem Kochen von Fleisch geschrieben.

Ich habe (von meiner Mutter) immer folgendes im Kopf gehabt:
Setze das Fleisch stets mit KALTEM Wasser auf, lasse es kurz aufkochen, schöpfe den Schaum ab und lass es dann nur leicht simmernd auf dem Herd stehen.
Über den Zeitpunkt der Salzzugabe hat sie mit mir nicht gesprochen. Jedenfalls erinnere ich mich daran nicht.
Wann also salze ich? Es ist eine so alltägliche Handlung, dass ich wirklich überlegen muss.
Wenn ein Fond auf dem Herd steht, eigentlich gar nicht. Bei Kochen einer Brühe für Suppe? Mal so, mal so, glaube ich. Wenn ich dran denke, sofort. Machmal erst, wenns kocht. Oder noch später.
Nicht, dass mir dabei schon Geschmacksunterschiede in Fleisch oder Brühe aufgefallen wären.

Bei Spaghettiwasser habe ich in diesem Zusammenhang folgendes gelernt: Durch die Salzzugabe braucht das Wasser länger, bis es kocht. Daher (um Energie zu sparen) soll das Wasser erst zum Siedepunkt gesalzen werden. Da ich es dann meistens vergesse und ungesalzene Pasta fad schmeckt, trage ich schuldbewußt zur Klimaerwärmung bei.

Christian Mittermeier schreibt dazu folgendes:

...wie gut sich die Inhalts- und Geschmacksstoffe aus den festen Bestandteilen extrahieren lassen, hängt mitnichten von der Starttemperatur des Kochwassers ab. Vielmehr ist entscheidend wann, und wenn, dann wieviel Salz dem Wasser zugegeben wird. Bereits in geringen Mengen entscheidet die Salzzugabe durch die bewirkte Veränderung der Wasserdichte darüber, ob lösliche Stoffe aus den festen Stoffen ausdiffundieren oder nicht (Osmose).
Gemäß dieser Theorie sollte:
wer gute Brühe erhalten will zum Garzeit-Ende salzen
wem es auf den Erhalt des Geschmacks in den festen Bestandteilen ankommt, sollte gleich salzen
wer gute Brühe und gutes Fleisch will, salzt nach ungefähr der halben Garzeit...
 

Zum Thema "Osmose" und ob man von dieser in diesem Zusammenhang sprechen kann, gibt es unterschiedliche Meinungen. Aber ich bin keine Chemikerin, keine Physikerin- ja, ich bin schließlich noch nicht einmal Köchin. Und auch wenn mich chemische und physikalische Reaktionen beim Kochen interessieren, hält sich meine Verständnis dafür in Grenzen.
Ich will, dass es schmeckt. Und an einen Satz meiner Mutter kann ich mich noch genau erinnern:
Salz ist ein Gewürz, das die Speisen verdirbt, wenn man es nicht hineingibt.

Und genau wie Christian empfahl sie für das Kochen einer guten Brühe die Zwerchrippe. Das weiß ich daher noch so genau, weil ich mit dem Wort "Zwerch" statt "Zwerg" als Kind nichts anfangen konnte. Noch heute irritiert mich der Ausdruck "Zwerchfell", ob es gerade durch heftiges Lachen erschüttert wird, oder nicht. 

Am Wochenende also der Anruf beim Metzger des Vertrauens, um die Zwerchrippe zu reservieren. 2 Stücke mit zusammen 1,6 kg waren noch zu haben.
eines sehr durchwachsen, das andere ein wenig magerer. Beide habe ich äußerlich von der Fettschicht befreit, die im Kern habe ich belassen. Dann in KALTEM Wasser aufgesetzt mit Knollensellerie, Pastinake, Möhre, 2 Lorbeerblättern, 4 Körnern weißen Pfeffers, etwas Lauch und einer Schalotte. 
Und das Salz?
Wann denn jetzt?
Nach obiger Theorie ungefähr zur Hälfte der Garzeit, da ich auf gutes Fleisch UND eine schmackhafte Brühe spekuliere. Da alle Theorie grau ist und ich die Garzeit noch gar nicht kenne, direkt.
Und zuviel. Dachte ich. Nachgesalzen wird hier heute jedenfalls nicht. Ganz im Gegenteil. In der leisen Hoffnung, die Menge des Salzes würde im fertigen Gericht nur anzeigen, wie sehr ich noch immer verliebt bin und sich  überhaupt während des Kochvorganges zum Teil verflüchtigen, ließ ich erst kochen und dann simmern. Nach 30 Minuten hatte sich zumindest ein Teil der Flüssigkeit im Topf verflüchtigt und konnte aufgefüllt werden. Diesen Vorgang noch  einmal wiederholt und meine Salzmenge war in einem Rahmen, der als nachgerade "perfekt gewürzt" zu beschreiben wäre. 
Was mir aber wirklich die Schuhe auszog war der Geschmack dieser Brühe. Einfach unglaublich. In den letzten Jahren habe ich meine Rindfleischsuppen  mit Beinscheiben gekocht.  Die waren immer gut, aber niemals so sensationell wie das, was sich jetzt hier gerade im Topf entwickelte.
Nach ca. 2 Stunden war dann das Fleisch butter, butter, butterzart. Weder Brühe noch Fleisch waren auch nur ansatzweise mit einem Tafelspitz vergleichbar. Ich dachte nämlich die ganze Zeit, dass es geschmacklich darauf hinausläuft.
Mitnichten.
Allerdings brachte mir wohl der Gedanke an Tafelspitz die Idee, dieses Stück Fleisch durch eine Meerrettichsauce begleiten zu lassen. 
Und wenn ich heute schon bei Gegenteilen bin, gibt es entgegen meiner üblichen Gewohnheit auch ein richtiges Rezept. Aus TEUBNERs "Handbuch Saucen".

Sauce Albert
  • 100 g Butter
  • 20 g Mehl
  • 300 ml heller Kalbsfond (hier)
  • 150 g Meerrettich, frisch gerieben (das war bei mir die Menge fast einer Wurzel nach dem Schälen)
  • 300 g Sahne
  • 20 g frische Weißbrotwürfel (bei mir eine Scheibe Toastbrot ohne Rinde, feinst gehackt)
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Weißweinessig (bei mir war es ein Essig vom Veltliner mit 3jähriger Eichenfaßreifung, sehr mild!)
  • 1 TL englisches Senfpulver
Zubereitung:
  1. Zerlasse für die Sauce 20 g der Butter und schwitze darin das Mehl farblos an. Fond und Meerrettich dazugeben und 5 Minuten offen kochen lassen. Die Sahne zugießen und 15 Minuten bei kleiner Hitze offen kochen lassen. 
  2. Die Sauce in einen Topf passieren, Brotbrösel einrühren, aufkochen und 10 Minuten simmern lassen.
  3. Inzwischen einen Teil der restlichen Butter zerlassen, Eigelb, Essig über dem Wasserbad aufschlagen. Nach und nach die restliche Butter unterschlagen.
  4. In eigener Sache ein Loblied auf meinen neuen Herd singen, der mir das Wasserbad erspart. Der Topf auf Stufe 1 direkt auf der Kochplatte ist perfekt!
  5. Das Senfpulver (mit einem EL lauwarmen Wassers glattgerührt) in die Brotsauce geben, die Buttersauce unterschlagen
  6. Salzen und pfeffern
Das Fleisch derweil aus der Brühe heben, das gekochte Gemüse durch ein Sieb abgießen, die Brühe durch ein Tuch filtern.
Dann habe ich mir Gemüse gewürfelt. Möhren, Kartoffeln, Knollensellerie, Pastinaken, Lauch. Erst den Sellerie und die Möhren in die Brühe gegeben, anschließend den Rest und garziehen lassen.
Das Fleisch wurde von mir während heftigen Naschens in Scheiben geschnitten und wieder in die Brühe gegeben.

Das Gemüse mit der Bouillon in tiefen Tellern angerichtet, das Fleisch obenauf und dann als Krönung die Sauce.
Ich weiß nicht, ob ich jetzt einen Eintopf oder ein Stück Fleisch mit Sauce oder irgendetwas anderes gekocht habe, aber es hat geschmeckt wie der Himmel auf Erden!
Guck mal, wie saftig das Fleisch ist:
 Und dann mit der Sauce...
Ganz ehrlich, so´n schnöder Tafelspitz kommt mir nicht mehr ins Haus! Und da ich während des gemütlichen Sonntagnachmittagkochens dem Köchinnenwein in Form einer Grauburgunder Spätlese 2007 vom Bio-WG Huf in Ingelhheim erheblich zugesprochen habe, gab´s zum Essen nur Wasser.
Strafe muss sein.

 

12.11.10

Wer nicht die Schnauze hält, fliegt raus!

Ich kann auch anders!

Nicht nur immer nett und freundlich! Nicht immer nur zuvorkommend! Echt jetzt! Wenn´s mir zu blöd wird, tick´ ich aus!

Und ehrlich, wenn Dir jemand so richtig unverschämt daher kommt, was machst Du dann? Läßt Du Dir das gefallen? Läßt Du Dich vor anderen sozusagen demontieren? Siehste. Kommt gar nicht in Frage. Da demontiere ich  ganz schnell zurück.
Sogar Küchengeräte.
Und jetzt komm mir nicht mit Nachsicht. Ich habe es versucht! Niemand, wirklich NIEMAND kann mir mangelnde Empathie oder anderes neumodische Zeugs vorwerfen. Ausgleichender Charakter, der ich bin, habe ich nun wirklich versucht zu vermitteln. Besänftigend einzugreifen. Aber wer nicht hören will muss fühlen. Irgendwann reicht´s!

Tschüss Du blöder Herd, Du blöder!
Hast so auf der Emily rumgehackt. Intriganter, mäkeliger, am ewig gestrigen hängender Maulkopp. Durftest besänftigend schmoren im eigenen Saft. Hattest fast Narrenfreiheit bei mir. Bekamst sogar noch eine neue Heizspirale vor einigen Monaten. Nichts war mir zu teurer und zu gut, um Dich bei Laune zu halten. Deine Dichtungsringe waren ausgeleiert, die ausströmende Hitze verfärbte mir die Schränke. Egal. Du durftest weiterschmoren. Dein Innenleben widersetzte sich hartnäckig allen anerkannten Reinigungsmitteln, waren sie auch noch so "Fresenius"-zertifiziert. Deine Lampe zitterte nur kurz und wurde umgehend ausgewechselt.
Ich habe es Dir nun wirklich leicht gemacht. Aber irgendwann reicht´s.
Zur Disziplinierung der gesamten Truppe musste ich endlich ein Zeichen setzen.

Darf ich vorstellen:
Der Neue!
Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Klar war, es sollte "was Vernünftiges" sein. Induktion. Bräterzone. Backwagenauszug. Das waren die mir wichtigen Punkte. Und jetzt kannst Du mich ja für verrückt erklären, aber es gibt da noch etwas...
Ich möchte gerne deutsche Geräte kaufen. Das geht mir vor allem so im Hausgeräte-Elektrobereich. Komisch. Ich trage italienische Schuhe, spanische Kleider, französische Düfte. Aber meine Waschmaschine: Deutsch. Spülmaschine: Deutsch. Herd: Deutsch.
Die Dinger sind verflucht teuer. (okay, Schuhe auch...) Die sollen 15 Jahre halten. Oder länger. (Schuhe nicht!) Sollen nicht nur die letzte Schraube in Deutschland verpasst bekommen, um das begehrte "made in germany" zu erhalten, sondern  von vorne bis nach hinten in der Fertigung in Deutschland gewesen sein.
Das ist schwierig. Meistens leider teuer. 
Also Augen zu und durch...
Und ich sag Dir, das Ding ist der Wahnsinn! Im ersten Probelauf hat er mir schon bei 320° C das Backofenthemometer zerlegt. Der kann was!
Und kochen kann er auch!
Also ich.
Naja, Du weißt, wen was ich meine...
1038 g Rinderkotelette. 2,5 Stunden bei 50° C im Ofen gewärmt. Pur.
Dann kurz und scharf angebraten. Immer noch pur.
Mit Themometer versehen in den Ofen. 155° C.
Aber die Bratkartoffeln brauchen länger, als gedacht. Macht nix. Runter mit der Temperatur. Erst 120°, dann auf 100°.
So jongliere ich zwischen Kartoffel und Rindfleisch hin und her.
Klappt wunderbar!
Und weil´s so schön war und so schnell ging, ein paar Tage später nochmal Roastbeef. Nur mit einem Hauch Maldon Sea Salt. Egal, ob mit oder ohne Pyramiden.
Mit Country-Potatoes. Göttlich. 
Ich bin so wild nach Deinem Erdbeermund rotem Fleisch!

Aber weißt Du, was überhaupt das Tollste ist, wenn Du ein Mitglied Deiner Truppe austauschst? Das setzt ungeahnte Synergien in Gang! 
Oder brachialer gesagt: Manchmal musst Du ein Mitglied der Truppe erschießen. Disziplin, Herrschaften, Disziplin!
Frauen kennen das. Kaufe Dir ein Kleid - schwupps, brauchst Du neue Schuhe! Eine meiner Thesen hier.
Darum kann ich nur raten: habe immer, IMMER ausreichend Schuhe im Schrank, dann kannst Du Dir als Kleid kaufen, was Du willst. Es passt jederzeit. Das gleiche gilt für Handtaschen. Aber ich schweife mal wieder ab...
Wenn Du also so einen megatollencoolenneuen Herd kaufst, aber nur eine Küche knapp über Camping-Niveau besitzt - vergiss es! 
Du willst sparen? 
Das Geld zusammenhalten? 
Du hast einen Urlaub geplant?
Eine größere Reise? 
Was?
Eine Weltumsegelung? 
Wir sind doch hier nicht bei "Wünsch Dir Was!"

Der Herd passt nicht zum Gewand?
Wart´s ab!
Eine neue Küche muss her!

To be continued...

07.11.10

Kurzer Zwischenstop zuhause... Warm gezogenes Lachsfilet auf Spitzkohl mit grüner Currypaste in Kokosmilch



Es ist ja nun nicht so, dass ich mich nur außerhäusig verlustieren würde. Und Erlebnisse wie die "Chefsache" habe auch ich nicht jeden Tag. Noch nicht einmal jede Woche. Wobei ich mit Veranstaltungen dieser Art im Wochenrhythmus gut leben könnte. :)
Ich habe es vor einiger Zeit schon einmal kundgetan - im nächsten Leben möchte ich eine Genuss-Journalistin sein. Hauptamtlich.

Aber große Ereignisse werfen die nächsten Schatten voraus...
Noch im November werde ich für Dich aufopferungsvoll von der großen Bordeauxprobe bei Franz Keller im "Schwarzen Adler" berichten.
Für Interessierte, hier schon einmal das Programm, durch das ich mich kämpfen muss:
Du siehst, es wird wieder sehr sehr anstrengend...
*sfg
(sehr fettes Grinsen)

Da muss es zuhause nach anstrengenden und langen arbeitsreichen Tagen schnell und trotzdem gut zur Sache gehen. Und auch wenn mein Kopf abends oft so leer ist, dass ich froh bin, überhaupt noch den Weg nach Hause wiederzufinden, entstehen am Herd doch immer wieder schöne Inspirationen.
So wie diese. Ehrlich, das schmeckt, da kann der Claus noch so zweifelnd gucken, der macht ja auch Wurstgulasch, was mich persönlich zumindest mal kurz erstaunt aus der Wäsche gucken läßt. 
Quid pro quo:
Und dann gehts auch noch so herrlich schnell:

1 TL grüne Chilipaste in etwas hellem Sesamöl zerlassen. Mit ein wenig Kokosmilch (ich nehme immer die von Aroy-D aus der Dose, weil ich mir einbilde, dass sie besonders cremig ist) aufgießen und cremig rühren. 3/4 eines Spitzkohls in feinen Scheiben darin andünsten.
Den Rest der ersten Dose Kokosmilch dazugeben, dann ca. 1 l Hühnerfond aufgießen. Ich habe dann mit einer weiteren Dose Kokosmilch verlängert. Musst halt gucken, wie suppig Du es haben möchtest und wieviel Kohl Du im Topf hast.

Zusätzlich 3/4 einer Chilischote feingeschnitten dazu gegeben. Aber davon nur die Hälfte mit Kernen! :)
P. verträgts nicht so scharf beim Essen wie unsere Tochter und ich.

Anschließend wurden 3 mittelgroße Lachsfilets in Stücke geschnitten und auf dem Kohl  nur warm gezogen. Innen beließ ich ihn roh. Das ging ganz schnell. (Dabei Deckel auf dem Topf)
Den Lachs habe ich nur von oben mit "Sea Salt & Seaweed" aus der Mühle gewürzt. Darin sind neben Salz noch Norialge, Chili, Kombualge, Zitronengras, Koriander und Mohn.
Das ist ´ne Supermischung von Easy Gourmet.
Keine 30 Minuten und daher wieder ein trefflicher Beitrag für das Dauerevent "cucina rapida" von "Man kann´s essen"
Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de
Mipi, mal so btw., vielleicht kannst Du bei Gelegenheit eine Bannergröße basteln, die im Querformat in die Bloggerseiten einfügbar ist, ohne dass es an der Seite abgeschnitten wird. :)

Achja, fast hätte ich es vergessen, ähnlich schon einmal vor Wochen zubereitet, um der Vorliebe meiner Tochter für Fischstäbchen mal wieder Rechnung zu tragen:
Und jetzt heißt´s Kräftesammeln...