Vespasian (*17. November 9, † 23. Juni 79) war einerseits clever und andererseits wahrscheinlich der Vorläufer und Wegbereiter des Toilettenpfennigs, der sich mittlerweile an Raststätten auf immerhin € 0,70 hinaufgewuchert hat, von denen man aber € 0,50 als Wertbon einlösen kann – seit neuestem auch für ein Gericht vom Ingwer-Schuhbeck. Aber da Ingwer so gesund ist, vernichtet er vielleicht sogar die E.coli-Bakterien, die so mancher noch an den Händen trägt, wenn er im Anschluß an den Toilettengang das "Aktions-Putenschnitzel in Knusperpanade" verdrückt. Sonst bekommt der Begriff "Essen mit Stäbchen" gleich eine ganz neue Bedeutung.
Der Satz "Pecunia non olet" hat seinen Ursprung also ebenfalls in einer öffentlichen Toilettenanlage, nur vor ungefähr ganz vielen Jahren. Damals hat man in am Wegesrand aufgestellten Gefäßen öffentlich Urin gesammelt, der (besonders in leicht angefaultem Zustand) sehr begehrt war bei den Gerbern von Leder. Jetzt muss man allerdings Vespasian zugute halten, dass dieser mit seinem Urin-Münzen immerhin einen ganzen Staatshaushalt saniert hat. So manch anderer saniert sich damit nur das sicherlich keiner Renovierung bedürftige Portmonnaie, mit welchem er mittlerweile im Sitzen schliefe, läge er es sich unter das Kopfkissen. So könnte man dann fortfahren mit pecunia per lutum.
Aber zurück zum Ingwer.
Ich war malad. Aber so richtig. Und ganz lange noch dazu. (kleiner Tip: dies ist die richtige Stelle für ein "Oh, Du Arme, das tut mir soooo leid!"). Aber zum Glück gibt es Schuhbeck die "Apothekenumschau", das Zentralorgan der stützstrumpfhosenbewehrten Medizinisch-Pharmazeutischen-Assistentinnen in Deutschlands Apotheken. Dort heißt es, Ingwer stecke voller Scharfstoffe. Diese aktivieren Wärmerezeptoren, wodurch das Blut in die Adern schieße (wo es wohl vorher war?), und der Organismus sich für kurze Zeit aufheizt. Eigentlich klingt das eher nach Sex als nach Gewürz, aber bitte. Ob vielleicht Schuhbeck so viele Gewürze... weil er so wenig... ach, lassen wir das.
Es wurde für mich also Zeit, mich eingehender mit dem unter anderem zur Verfügung stehenden Buch "Ingwer" zu beschäftigen, um vielleicht eine kleine Entscheidungshilfe für die Löffelgewinner zu schaffen. Über "Tomate" habe ich bereits HIER berichtet, "Kartoffel" hatte "Grenz- und Grabenkriege" zu Folge, und so begebe ich mich heute auf das sichere Terrain der Gesundheit und Frische.
Kichererbsensalat mit Ingwer-Curry-Rahm und Mandarinen für 4 Personen
Es wurde für mich also Zeit, mich eingehender mit dem unter anderem zur Verfügung stehenden Buch "Ingwer" zu beschäftigen, um vielleicht eine kleine Entscheidungshilfe für die Löffelgewinner zu schaffen. Über "Tomate" habe ich bereits HIER berichtet, "Kartoffel" hatte "Grenz- und Grabenkriege" zu Folge, und so begebe ich mich heute auf das sichere Terrain der Gesundheit und Frische.
Kichererbsensalat mit Ingwer-Curry-Rahm und Mandarinen für 4 Personen
- 300 g Kichererbsen
- 1 rote Zwiebel
- 1 rote Paprikaschote
- 3 EL Olivenöl
- 2 EL Koriander, gehackt
- 6 Mandarinen
- Salz, Pfeffer
- 1 EL Reisweinessig
- 200 g saure Sahne
- 2 EL Crème fraîche
- 1 TL Currypaste (welcher Farbe wurde leider nicht angegeben, ich habe gelbe verwendet)
- 70 g rosa Ingwer (Rosa Ingwer ist eingelegt, ich habe frischen verwendet)
- Die Kichererbsen über Nach in kaltem Wasser einlegen
- Am nächsten Tag das Wasser abgießen und die Kichererbsen in frischem Wasser weich kochen. (Kichererbsen gehören zu den Ausnahmekonserven, die ich jederzeit vorrätig habe. Frisch eingelegt ist immer besser, geht allerdings auf Kosten der Spontanität. Kichererbsen in Dosen sind meines Erachtens viel besser als ihr Ruf und lecker, wenn ihnen auch dieser knackige Biss ein wenig abgeht)
- Die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden
- Die Paprika in kleine Würfel schneiden und mit der Zwiebel in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten
- Den Koriander dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen
- Mit Reisweinessig und den Kichererbsen vermischen
- Die Mandarinen sorgfältig schälen, von allem Weißen befreien und in Spalten teilen. Die Mandarinen zu den marinierten Kichererbsen geben
- Die saure Sahne mit Crème fraîche, Currypaste, dem gehackten rosa Ingwer, Salz und Pfeffer würzen
- Den Salat mit dem Dip servieren
Wenn man mal davon absieht, dass ich krank war, nicht einkaufen konnte und daher die Mandarinen durch Orangen, die Crème fraîche durch Schmand, den Reiswein- durch weißen Weinessig und den Koriander durch geröstete Koriandersamen ersetzt habe, ein tadelloses, leckeres und vor allem unglaublich schnell zuzubereitendes VEGETARISCHES! Rezept.
- 1 Poulet de Bresse
- Meersalz
- 100 g Ingwer
- 200 g kleine Kartoffeln
- 2 Zitronen
- 250 g kleine Karotten
- 2 weiße Zwiebeln
- 1 Knoblauchzehe
- 10 weiße Pfefferkörner
- 2 EL Olivenöl
- 250 ml Weißwein
- 20 g Petersilie
- 3 EL Butter
- Das Poulet waschen und mit Meersalz einreiben
- Den Ingwer grob schneiden, die Kartoffeln waschen
- Die Zitronen in grobe Spalten schneiden
- Die Karotten schälen und in 3 cm dicke Stücke schneiden
- Die Zwiebeln schälen und in 1 cm dicke Spalten schneiden
- Alle Zutaten in einen vorher gewässerten Römertopf geben.
- In den kalten Backofen stelle und bei 190° C ca. 2 Stunden garen
- Nach 2 Stunden aus dem Backofen nehmen.Das Huhn zerteilen und mit den Gemüsen servieren
So weit, so gut. Selbstverständlich kommt hier nur sehr selten ein Poulet de Bresse ins Haus, einfach weil meine regionale Geflügelquelle so gut ist. Daher nahm ich einen ehemals glücklichen rhoihessischen Hinkel, und weil ich keinen Römertopf habe, eine Tajine. Diese Tajine besitze ich noch nicht lange, aber mittlerweile ist sie fast im Dauerbetrieb. Ich hatte letztes Jahr eine unglaublich "orientalische Ader" wenn Du Dich erinnerst und so war sie nachgerade zwingend erforderlich. Sie ist von Emile Henry und hat als Zugabe noch einen Porzellan-Dämpfeinsatzboden, den ich allerdings noch nicht ausprobiert habe. Allerdings kam sie (es ist die kleinere Ausgabe) beim rheinhessischen Hühnerklopper platzmäßig an ihre Grenzen. Für 3 oder mehr Personen würde ich immer die größere wählen.
Meine Mutter hatte einen Römertopf, ich fand den Geschmack der Speisen daraus ganz furchtbar. Zum Glück war es bei uns zuhause nur eine Modeerscheinung, vielleicht ist er auch zerbrochen. Ich bin jedenfalls froh gewesen, als Kind nicht zu sehr damit gequält worden zu sein. Insofern kann ich natürlich keinen geschmacklichen Vergleich liefern. Aber ich habe jetzt zum zweiten Mal Geflügel in dieser Tajine gemacht und war jedesmal von der Saftigkeit begeistert. Das Fleisch fiel fast von den Knochen.
INGWER ist erschienen im Lieblingsverlag, hat 238 Seiten mit 151 Rezepten, darunter 26 kalte und heiße Getränke und kostet (wenn man es nicht mit einem Löffel gewinnt) € 45,00. Die Rezepte sind von Oliver Hoffinger, die tollen Photos von der unglaublichen Luzia Ellert, die Texte von Ingo Swoboda. Unterteilt ist es in die Kategorien Kalt, Warm, Sauer, Süß, Eingekocht und Drinks. Das macht meines Erachtens Sinn und arbeitet die Möglichkeiten dieser tollen Knolle gut heraus. Was mir mal wieder fehlt, ist ein alphabetisches Register der Rezepte! Diese schlagen einen Bogen von gaaaaanz einfach wie z. B. der Kichererbsensalat, mich bereits in der Farbe faszinierenden Gerichten wie die "Terrine von roten Ingwer-Rüben mit Wasabi-Mohn-Sauce",
über asiatische Inspirationen wie "Gefrorener Schaum vom Reisweinessig mit Ingwer-Saiblings-Maki" oder in Ingwer und Spekulatius gebratenen Karpfenfilets.
Meine Mutter hatte einen Römertopf, ich fand den Geschmack der Speisen daraus ganz furchtbar. Zum Glück war es bei uns zuhause nur eine Modeerscheinung, vielleicht ist er auch zerbrochen. Ich bin jedenfalls froh gewesen, als Kind nicht zu sehr damit gequält worden zu sein. Insofern kann ich natürlich keinen geschmacklichen Vergleich liefern. Aber ich habe jetzt zum zweiten Mal Geflügel in dieser Tajine gemacht und war jedesmal von der Saftigkeit begeistert. Das Fleisch fiel fast von den Knochen.
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| Stubenküken in Calvados gefüllt mit Geflügelleber und Rubinette |
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| Photo: Collection Rolf Heyne, aber bereits auf der Nachkochliste! |
Hier geht es beim nächsten mal voraussichtlich weiter mit Karotten-Ingwermuffins und Szechunanpfefferglasur (unglaublich lecker!!!) und Rosa-Ingwer-Eis. Bis dahin – bleib mir gesund und wasch Dir vor dem Essen stets die Hände!

















































